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Sicherheitstechnik in der Sicherheitsbranche - Gespräch mit Janus TSE

11.12.20 11:12 • Sophie Blumberg

Heute sprechen wir mit Philipp Kiraj, dem Geschäftsführer der Janus TSE und klären, inwiefern Sicherheitstechnik wichtig für die Branche ist. Wie kann das Personal mit Hilfe der Technik entlastet werden?

SECmarket: Hallo Herr Kiraj, vielen Dank für Ihre Zeit. Meine erste Frage lautet: Welche Rolle spielt die Sicherheitstechnik innerhalb der Sicherheitsbranche?

Kiraj: Eine große. Die personelle Anforderung wird immer höher, das heißt in dem Bereich wird immer mehr Personal gefordert aber es kommt nicht mehr ausreichend nach und oft sind auch die Qualifikationen nicht ausreichend. Es wird immer nach Lösungen gesucht, um dieses Defizit auszugleichen. Bestimmte Positionen können durch Technik ersetzt oder unterstützt werden, das heißt im Klartext, diese Lösung ist ein sehr wichtiger Punkt in der Zukunft. Einmal um die Effizienz des Personals (Wachpersonal, Detektiv etc.) zu erhöhen, aber auch um diesen Bedarf decken zu können. Wenn man als Unternehmen nicht genügend Personal bekommt setzt man zusätzliche technische Lösungen ein. Wenn man früher zehn Leute für die Überwachung eines großen Objektes gebraucht hat, kann man das heute effizienter mit zwei Mitarbeitern machen, die dabei durch Technik unterstützt werden.

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Andererseits ist es auch wichtig, die Mitarbeiter zu entlasten. Oft liegen – gerade im Wachschutzbereich – die Kernzeiten zwischen 10-12 Stunden. Der Mitarbeiter muss dort beispielsweise nicht mehr 30 Runden laufen, da es eine intelligente Kameratechnik gibt, die ihn bei Bewegungen alarmiert. Und von daher wird es in den nächsten Jahren ein ganz großer Punkt sein, dass die Technik-Mensch-Lösungen immer mehr gefragt werden, gerade auch in Hinblick auf ein generell steigendes Sicherheitsbedürfnis.

Überwachung mit Hilfe von Sicherheitstechnik

SECmarket: Alle paar Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Können Sie nochmal kurz die psychischen Auswirkungen eines Einbruchs erläutern und inwiefern es deshalb so wichtig ist, mit Sicherheitstechnik solchen Ereignissen vorzusorgen?

Kiraj: Im gewerblichen Bereich gibt es den klassischen Revierfahrer, der alle paar Stunden vorbeifährt und guckt, ob alles in Ordnung ist. Aber auch das ist nicht zielführend, da gerade Täter sich heutzutage damit befassen, die Objekte auszukundschaften und dann genau dann einbrechen, wenn der Fahrer gerade abgefahren ist. Und im privaten Bereich gibt es zwei essenzielle Punkte, wo der Kunde zum Schluss den Schaden hat, einerseits am Objekt – dem Haus – finanziell, aber auch überwiegend an persönlichen Dingen. Wir sprechen immer wieder mit Menschen die sagen: Das Geld ist mir gar nicht so wichtig, aber es sind zum Beispiel persönliche Fotos abhandengekommen, weil das Handy geklaut wurde und die kann mir auch niemand wiederbringen. Da spielt Geld eher eine untergeordnete Rolle. Das andere betrifft das Gefühl, die psychischen Folgen. Die Leute sagen: Da hat jetzt einer an meinem Bett gestanden oder in meiner Unterwäsche rumgewühlt, das sind ja höchst private Lebensbereiche für einen Menschen. Wir haben viele Kunden, die danach arbeitsunfähig sind, weil sie damit ein so prägendes Erlebnis hatten, das sie nicht verarbeiten konnten. Die sagen dann, sie würden am liebsten ausziehen. Gerade bei Frauen ist das oft eine hohe Quote.

SECmarket: Was habt ihr als Unternehmen für Kunden?

Kiraj: Es wäre einfacher zu sagen, wir zählen die Branchen auf, die wir nicht betreuen. Im Grunde können wir sagen, wir haben in unseren Geschäftsbereichen bundesweit agierende Großkonzerne im Bereich Einzelhandel, kleinere Unternehmen, beispielsweise Händler, aber auch Privatkunden mit Einfamilienhäusern, Konzerne im Bereich der Baubranche, selbst Botschaften. Es ist ein sehr breites Spektrum an Kunden. Das Einzige, was wir nicht betreuen, sind zum Beispiel öffentliche Aufträge im Bereich der Bundesregierung, die werden als Ausnahme durch das LKA oder BKA betreut.

SECmarket: Aufgrund der großen Bandbreite ist das vielleicht etwas schwierig zu beantworten, aber wie läuft denn ein typischer Arbeitstag bei euch ab?

Kiraj: Dazu müssen wir in die einzelnen Bereiche schauen. Wenn man das Personal betrachtet, im Sicherheitsbereich selbst wären das klassische Berufe, die ihr in anderen Interviews schon abbildet. Ansonsten wären das bei uns die Techniker, die Installationen von Sicherheitstechnik durchführen. Die gehen morgens um 7.30 Uhr in’s Büro, packen ihre Ware zusammen, fahren zum Kunden, installieren die Ware dort und weisen den Kunden ein. Eventuell machen sie noch eine Alarmaufschaltung, eine Objektaufnahme, die Einweisung von Sicherheitspersonal. Dann wird eine Dokumentation ausgeführt und der Arbeitstag endet irgendwann mit der Übergabe der Dokumentation an die Abrechnungsstelle und die Präventionsstelle. In der Vermietung geht es um die Auslieferung der Technik und die Inbetriebnahme. Störungsbeseitigung und Wartung sind auch ein großes Thema. Als letzten Punkt haben wir bei uns ja auch die Installation sowie den Bau von eigenen Produkten, wo wir ja eine Fertigungsstrecke haben, wo tatsächlich die Lösungen selber gebaut werden. Deswegen ist es im Bereich der Technik relativ umfangreich bei uns.

Bewegungsmelder verbauen

SECmarket: Gibt es gängige Irrtümer über Produkte aus der Sicherheitstechnik?

Kiraj: Was mir sofort einfällt ist dieser Irrglaube: Ach guck mal, der hat eine Alarmanlage, der hat bestimmt Geld, da ist was zu holen. Das kennt man so von vor 20 Jahren, als ich mal angefangen habe, da konnten sich Großindustrielle, Banker oder Juweliere Alarmanlagen leisten, weil sie gut betucht waren. Aus dieser Zeit stammt dieser Irrglaube. Eigentlich müssen wir mal in die heutige Realität schauen, da sind unsere Kunden die Familien von nebenan, das sind Großeltern, Nachbarn, da braucht man sich bloß mal umzugucken. In Deutschland haben wir noch nicht so eine Dichte an Sicherheitstechnik im privaten Bereich, wie beispielsweise in Amerika, wo fast jede Wohnung ein Alarmsystem hat, besonders die Neubauten. Oft ist es das Gegenteil, der potenzielle Täter kundschaftet das Objekt aus und geht eher dahin, wo kein Alarmsystem ist, weil er ja ungestört arbeiten will.

Bleibt dran: Im nächsten Teil des Interviews geht es darum, wie die Pandemie die Arbeit in der Sicherheitstechnik verändert hat!

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Sophie Blumberg

Seit Februar 2020 unterstützt Frau Blumberg die SECmarket tatkräftig als Head of Content in den Bereichen Contenterstellung, Social Media und Public Relations. Sie bringt Erfahrung, Motivation und Engagement mit in ihre Position. Das Schreiben ist ihr Element, ob Blogbeiträge, Posts oder wissenschaftliche Beiträge - alles ist möglich!

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